WALDORFSALAT

Der kritische Podcast zur Anthroposophie

#11 mit Anna Hebamme: Weleda & Hebammen

15.06.2023 74 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Weleda ist die Lieblingsmarke vieler Hebammen, wie kommt das eigentlich und warum ist das problematisch?
Anna ist Hebamme und berichtet wie Weleda es schafft über die Säuglingspflege in die Familien Einzug zu finden.

In dieser Folge zu hören sind:

Gast: Anna Hebamme

Moderation: Oliver Rautenberg alias Anthroblogger

Aus dem Team #ExWaldi: Cosmo, Lea

Technik: Steffen

 

In dieser Folge reden wir darüber, wie es kommt, dass so viele Hebammen Weleda lieben und deren Produkte bei der Wochenbettbetreuung in die Familien tragen und welche Rolle Hebammen historisch haben. Außerdem beleuchten wir die Verbindung der Weleda AG mit der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft aka Goetheanum.

 

Content-Notes:

 

Das “Aus dem Zusammenhang gerissenen”- Zitat von Rudolf Steiner ist stark misogyn und ableistisch. (5:20)

Erwähnung von Misogynie und Ableismus in esoterisch-naturheilkundlichen Kreisen und Literatur rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Babies (6:49)

Fortlaufend (ab 08:43) Erwähnung von Pseudomedizin und homöopathischen Mitteln.

Erwähnung von homöopathischem Mittel gegen Krebs. (18:50 & 50:00)

Erwähnung von medizinischer Vernachlässigung und Esoterik während einer Hausgeburt. (24:00)

Erwähnung von Antifeminismus und Sexismus rund um das Thema Schwangerschaft in der Anthroposophie (35:30)

Hebammenkunde im Nationalsozialismus (38:00)




Der Begriff „Schulmedizin“ ist mehrfach unkommentiert gefallen, dieser Begriff ist antisemitisch konnotiert.  

Bei Wikipedia ist unter dem Stichwort folgendes zu finden: 

“Antisemitisch eingestellte Kritiker der etablierten Medizin verwendeten in den 1930er Jahren den Kampfbegriff „verjudete Schulmedizin“, um ihrer Forderung nach einer „gesunden Volksmedizin“ bzw. der „Neuen deutschen Heilkunde“ Nachdruck zu verleihen.”

https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin

 

Außerdem wurde an vielen Stellen von Frauen und Mamas gesprochen, wo eigentlich Wöchner*innen, Gebärende, Stillende und Eltern passender gewesen wäre, da nicht nur endo-cis Frauen Kinder bekommen. Das ist uns als Team wichtig nochmal hervorzuheben und uns für die ausschließende Sprache zu entschuldigen. Es ist wichtig präzisere und inklusive Sprache rund um das Thema Geburt zu verwenden.




Wir reden über:

  • 00:00:00 Prolog
  • 00:01:27 Vorstellung
  • 00:05:20 Aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat
  • 00:06:49 Schuld der Mütter aus esoterischer Sicht
  • 00:08:43 Anna über ihre Beziehung zur Anthroposophie und ihre Ausbildung
  • 00:11:50 Hebammen und die Nähe zur Anthroposophie und insbesondere zur Weleda
  • 00:14:04 Wer ist die Weleda? Kosmetik und anthroposophische Arzneimittel
  • 00:19:15 Hebammen als “Dauerwerbesendung” 
  • 00:21:13 Big Pharma und Big Natural
  • 00:22:28 Unklarheit darüber was evidenzbasierte Medizin ist und was esoterisch
  • 00:29:28 Was Hebammen auf Kassenkosten verschreiben dürfen
  • 00:32:18 Homöopathie in der Hebammenausbildung
  • 00:35:12 Position der Hebamme historisch, Feminismus, Anthroposophie, Nationalsozialismus
  • 00:38:39 Hebammen und Machtmissbrauch
  • 00:39:26 Wie Weleda Hebammen unterstützt
  • 00:43:59 Absichtliche uneindeutige Kommunikation im Marketing von Weleda
  • 00:46:18 Ausbildung zur anthroposophischen Hebamme
  • 00:48:08 Anthroposophische Arzneimittel und Kliniken
  • 00:51:30 Gesellschaftliche Aufwertung durch akademische Klientel
  • 00:55:04 Wissen Hebammen, dass die Weleda anthroposophisch ist?
  • 00:56:21 Verbindung Weleda AG und Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft
  • 00:58:28 Hebammen tragen die Anthroposophie in die Familien
  • 00:59:48 AntivaXX, Querdenkertum und Verstrickungen anthroposophischer Unternehmen
  • 01:05:58 Anthroposophie und Glauben, Hebammen als Begleiterinnen der Geburt als spirituelles Ereignis
  • 01:08:30 Wünsche für die Zukunft
  • 01:11:50 Wortsalat - Das Zitat in seinem Zusammenhang



Zu Anna Hebamme:

Anna hat Hebammenkunde studiert und eine Weiterbildung zur anthroposophischen Hebamme gemacht. Inzwischen macht sie sich für eine evidenzbasierte Hebammenbetreuung stark. Insbesondere auf Twitter klärt sie auf und vernetzt.

 

  • Twitter: @annahebamme
  • Podcastfolge: https://detektor.fm/gesellschaft/grams-sprechstunde-hebammen



Weiterführende Links

 

Claudia Graneis Science Blogs

https://scienceblogs.de/bloodnacid/2013/03/15/gastbeitrag-heise-luft-fur-hebammen-das-training-im-esoterischen-denken-beginnt-schon-vor-der-geburt/

 

Reichshebammenführerin Nanna Conti 

​​https://www.dhz-online.de/de/news/detail/artikel/nanna-conti/

 

Weleda und die “Plantage” im KZ-Dachau

https://threadreaderapp.com/thread/1594

 

Basics über die Weleda AG

https://de.wikipedia.org/wiki/Weleda_(Unternehmen)

 

Der Fachbereich Hebammen

https://www.weleda.de/karriere/weleda-einblicke/christina-hinderlich

 

Verhältnis Naturkosmetik zu "Arzneimittel" 2014-2021

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/697394/umfrage/umsatzverteilung-der-weleda-gruppe-weltweit-nach-segmenten/

 

Basics über die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (AAG)

https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Anthroposophische_Gesellschaft

 

Jahresbericht der AAG von 2020

https://www.antroposofi.no/fileadmin/filer/AAG_Jahresbericht_2020.pdf

Seite 39 Beteiligungen: 4.136.467 CHF

Seite 42 Punkt 2. Beteiligungen

“Beteiligungen werden nach dem Nominalwert (Weleda) bzw. nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Die 3.274 (Vorjahr 3.238) Weleda Partizipationsscheine mit Nennwert CHF 500.00 wurden im Berichtsjahr 2020 (wie im Vorjahr) mit CHF 800.00 bewertet. Der Steuerwert der Weleda Partizipationsscheine per 31.12.2019 betrug CHF 758.00 (31.12.2018 CHF 823.00).”

Seite 43 Punkt 5 Wesentliche Beteiligungen

  1. Wesentliche Beteiligungen

Weleda AG, Arlesheim - Herstellung und Vertrieb von Anthroposophischen Arzneimitteln und von Naturkosmetika

Aktienkapital CHF 4.750.000.-, Anteil Aktienkapital 31,94% , Anteil Stimmen 41,18%

Partizipationsscheine-Kapital CHF 9.500.000.-, Anteil PS-Kapital 17,23%, Anteil Kapital total 22,14%



Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaften aka Goetheanum

https://anthrowiki.at/Freie_Hochschule_für_Geisteswissenschaft

in Trägerschaft der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft

 

Der Jahresbericht der Weleda AG von 2021

http://media.weleda.de/epaper/gnb-2021-de/index.html#4

Seite 3 und Seiten 98 und 78

 

Artikel über die Weleda AG aus wirtschaftlicher Perspektive

​​https://www.ecoreporter.de/artikel/weleda-anthroposophen-ag-auf-wachstumskurs-teil-1/

2019 hat Weleda 2,2 Mio € an die Freie Hochschule gespendet, deren Träger wiederum die  Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ist, die wiederum die größte Anteilseignerin der Weleda AG ist (34% des Kapitals) und in 2021 77% der Stimmrechte inne hatte.

 

Eigene Aussagen über die Finanzen der Freien Hochschule

https://www.goetheanum.org/finanzwesen

 

Spendenaufruf 2022 der AAG

https://twitter.com/anthroblogger/status/1599430383690317826?s=12&t=TcEKeMrcQhWqvimrdi-k6g

mit der Begründung, dass die Weleda AG nicht gespendet hat.



Das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat

“Es gibt Kinder, die werden mit einem Wasserkopf, Hydrozephalus, geboren. 

Man wird in den meisten Fällen, wo Kinder mit einem Wasserkopf geboren werden, darauf zurückgehen können, daß die Mutter, die vielleicht für recht viel Anregungen im Leben veranlagt war, sich während der ersten Monate der Schwangerschaft, namentlich während der ersten Wochen, scheußlich gelangweilt hat. (…) 

Die Langeweile macht ihren Kopf leer; der leere Kopf macht auch den Unterleib leer. Der entwickelt sich nicht stramm, daß er die Kräfte des Kopfes ordentlich zusammenhält. Der Kopf schwillt auf, wird ein Wasserkopf.”

 

Quelle: Rudolf Steiner, GA348, S.183

http://bdn-steiner.ru/cat/ga/348.pdf



Das Waldorfsalat-Format:

Ein Gast oder eine Gästin mit Expertise, der “Anthroblogger” Oliver Rautenberg als Moderator und zwei #ExWaldi mit Erfahrungen in anthroposophischen Einrichtungen - das sind die Zutaten für unseren Waldorfsalat.

 

Wir möchten uns in diesem Podcast kritisch über Anthroposophie unterhalten. In jeder Folge nehmen wir uns einen anderen Aspekt vor - von der Pädagogik über die Landwirtschaft bis hin zur Medizin und Weltanschauung. 

Wir bringen alle unterschiedliche Motivationen, Vorerfahrungen und Hintergründe mit.

Uns eint der Wunsch nach Aufklärung, die Theorie und Alltagspraxis zusammen bringt.


Das Waldorfsalat-Format:

Ein Gast oder eine Gästin mit Expertise, der "Anthroblogger" Oliver Rautenberg als Moderator und zwei #ExWaldi mit Erfahrungen in anthroposophischen Einrichtungen - das sind die Zutaten für unseren Waldorfsalat.

Wir möchten uns in diesem Podcast kritisch über Anthroposophie unterhalten. In jeder Folge nehmen wir uns einen anderen Aspekt vor - von der Pädagogik über die Landwirtschaft bis hin zur Medizin und Weltanschauung. 
Wir bringen alle unterschiedliche Motivationen, Vorerfahrungen und Hintergründe mit.
Uns eint der Wunsch nach Aufklärung, die Theorie und Alltagspraxis zusammen bringt.


Allgemeines

Mehr Kritisches über Waldorfpädagogik und Anthroposophie findet ihr auf Twitter, Bluesky und Instagram unter #ExWaldi und #AnthroMeToo. Unter diese beiden Hashtags schreiben   Betroffene in den sozialen Medien über ihre Erfahrungen.
Wir sind gespannt und neugierig auf die kommenden Gespräche.


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Blog von Oliver Rautenberg: https://anthroposophie.blog


Bluesky:

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Lea: @fraulea.bsky.social
Sarah: @veelana.bsky.social


Instagram:

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Lea: @fraulea
Katharina: @ex_waldi
Emma: @emmalou_exwaldi
Oliver: @anthroblogger
Sarah: @veelana.exwaldi
Steffen: @steff_indi

 
Danke für Eure Bewertungen bei Apple oder Spotify.



Transkript

Hallo Leute, viele von euch kennen bestimmt die Marke Weleda und nutzen auch deren Produkte wie zum Beispiel die Calendula Cremes aus den gelb-weißen Tuben. Aber wie kommt es eigentlich, dass diese Marke und die Produkte bei vielen Familien so beliebt sind? Und was haben Hebammen damit zu tun und wie versucht diese von Rudolf Steiner gegründete Firma Hebammen zu beeinflussen? Darüber und noch über vieles mehr sprechen die Ex-Waldis Cosmo und Lea mit der studierten Hebamme Anna. Und damit willkommen bei der 11. Ausgabe des Waldorfsalats. Ich finde das heute eine sehr wichtige Folge, die mir sehr am Herzen liegt. Wichtig nicht nur, aber vor allem für Menschen, die gerade Eltern geworden sind oder bald werden, aber auch für Kundinnen und Kunden der genannten Marke und warum es in meinen Augen problematisch ist, Produkte dieser Marke zu kaufen. Wenn ihr Menschen in eurem Umfeld kennt, für die das Thema hier relevant sein könnte, empfehlt sie gerne weiter. Hinterlasst uns aber auch gerne eine Bewertung bei Apple oder Spotify oder einen Kommentar dort, wo es möglich ist. Bevor es jetzt gleich losgeht, noch ein wichtiger Hinweis. Der Begriff "Schulmedizin" ist mehrfach unkommentiert gefallen, dieser Begriff ist aber antisemitisch konnotiert. Weitere Informationen dazu findet ihr in den Shownotes, sowie noch ein paar weitere Inhaltswarnungen, wie beispielsweise zu Misogynie, Ableismus, Antifeminismus, Sexismus und noch ein paar andere. Schaut also bitte wieder unbedingt vorher in die ausführlichen Shownotes und dann geht's jetzt auch schon gleich los. [Musik] Hallo und schön, dass ihr dabei seid bei Waldorfsalat, dem kritischen Podcast über Anthroposophie. Im Team Waldorfsalat haben sich ehemalige Waldorfschüler*innen und andere Menschen zusammengefunden, die mit der esoterischen Weltanschauung Rudolf Steiners aufgewachsen sind. Und zwei von uns sind heute wieder als Expert*innen dabei. Und natürlich haben wir auch eine großartige Gästin und zwar heute zum Thema Hebammen und Weleda. Im Studio bei uns sind aus dem Team Waldorfsalat heute einmal der Cosmo. Hallo Cosmo, grüß dich. Hi. Und die Lea. Hallo. Cosmo, was verbindet dich mit dem Thema? Ja, also tatsächlich fühle ich mich heute in dieser Sendung auch ein bisschen fehl am Platz, weil ich ein kinderloser Mensch ohne leiblichen Kinderwunsch bin. Das heißt, so viele Berührungspunkte hatte ich mit Hebammen noch gar nicht, mit Velida allerdings in meiner Kindheit schon. Und genau, ich bin aufgewachsen mit einer Mutter, die da sehr idealistisch war und vieles richtig und vor allen Dingen sehr natürlich machen wollte und gleichzeitig das aus ihrer Kindheit in sehr ärmlichen Verhältnissen ganz anders kannte. Und Ich glaube, dadurch habe ich auch mitbekommen, so dieses Spannungsfeld zwischen hohen Ansprüchen aus dieser Bubble und so einem Mittelschichtshabitus, der einen dafür eigentlich erst qualifiziert quasi. Und genau, ansonsten finde ich halt auch spannend, wie groß Veli da eigentlich ist und es trotzdem schafft, nicht so als Industriezweig wahrgenommen zu werden. Super spannend. Und Lea, was verbindet dich mit dem Thema von heute? Ich bin unter Hebammen aufgewachsen, könnte man sagen. Also tatsächlich von meiner Patentante angefangen gab es da, war das ein großes Thema sozusagen, als ich klein war. Und dann hatte ich lange natürlich irgendwie damit nichts oder kaum was zu tun. und dann wurde ich selber schwanger und habe es dann sozusagen von der anderen Seite miterlebt. Genau, und das war dann irgendwie nochmal interessant, weil das tatsächlich bei mir quasi andersrum vielleicht verlief als bei vielen anderen, dass ich sowohl über die Geburt als auch danach sozusagen über die Hebamme, die ich dann hatte, die nicht anthroposophisch war, die ich aber von früher kannte, wo sie sehr viel esoterischer war, die Erfahrung gemacht habe, dass sich so ganz banale Dinge wie die Pilzcreme aus der Apotheke einfach bewähren im Vergleich zu irgendwelchen komischen Tinkturen aus Teebaum, Ölrosen, "Bogenkweiß der Geier" und so weiter. Insofern war das für mich tatsächlich ein Stück weit auch ein Ausstieg oder noch mal, also in dem ganzen Prozess, den ich da hatte, ein Ausstieg, würde ich sagen. Oder ein weiterer Stritt, der es mich abgrenzend von meiner idealisierten Waldorf-Sicht. Auch sehr interessant. Vielen Dank, Lea. Im Hintergrund ist natürlich wie immer der Steffen dabei, der als Arrimann über der Technik schwebt. Und ich bin natürlich Oliver Rautenberg, der Antro-Blogger. Bei uns zu Gast ist heute die studierte Hebamme Anna, im Netz besser bekannt als Anna Hebamme. Und ihr Grundsatz ist es, in der praktischen Tätigkeit immer wissenschaftsbasiert zu arbeiten. Hallo Anna, schön, dass du bei uns im Studio bist. Hallo, danke, dass ihr mich eingeladen habt. Total gerne, war uns ein großes Anliegen. Am Anfang der Sendung stimme ich immer ein bisschen ein in das Thema und lese ein Zitat aus der Anthroposophie. Und natürlich habe ich heute was zum Thema Schwangerschaft rausgesucht aus dem Munde Rudolf Steiners. Und wir nennen das das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat. Ja, meine Herren, das zeigt uns ja viel mehr. Das zeigt uns, dass auf das Kind die ganze Art und Weise, wie die Mutter geistig und seelisch leben kann, einen ungeheuren Einfluss hat. Derjenige, der einen Blick hat für gewisse Dinge, die im Leben nun mal vorgehen, der kann zum Beispiel Folgendes wissen. Es gibt Kinder, die werden mit einem Wasserkopfhydrocephalus geboren. Man wird in den meisten Fällen, wo Kinder mit Wasserkopf geboren werden, darauf zurückgehen können, dass die Mutter, die vielleicht für recht viele Anregungen im Leben veranlagt war, sich während der ersten Monate der Schwangerschaft, namentlich während der ersten Wochen, scheußlich gelangweilt hat. Der Mann ist ins Wirthaus gegangen und so weiter, die Mutter hat sich scheußlich gelangweilt und die Folge davon war, dass sie nicht die nötige Kraft gehabt hat, die Gehirngefäße zu beeinflussen. Die Langeweile macht ihren Kopf leer, der leere Kopf macht auch den Unterleib leer. Der entwickelt sich nicht stramm, dass er die Kräfte des Kopfes ordentlich zusammenhält. Der Kopf schwillt auf, wird ein Wasserkopf. Das ist von Rudolf Steiner aus den Vorträgen für die Arbeiter an Goethe-Hernon-Bau, Gesamtausgabe Band 348. Ja, liebe Anna, damit wollten wir dich jetzt gleich ein bisschen überfallen. Also amüsiert die Mutter sich zu Dolle, ist es schlecht für das Kind. Langweilt sich die Mutter zu Dolle, ist es auch schlecht fürs Kind. Dann kommen Kinder mit Krankheiten dabei raus. Hast du solche Thesen schon mal gehört? Ja. Ganz viele. Also das ist ja allgemein bei so alternativmedizinischen Richtungen so, dass es ja oft die Mama schuld ist. Ich kannte jetzt den Zusammenhang mit dem Wasserkopf noch nicht. Das ist eindrucksvoll. Aber ich kenne das auch bei kleineren Dingen. Also zum Beispiel Frauen, die unter Hyperemesis leiden, die sind auch selbst schuld, weil die es nicht schaffen, bestimmte Wesensglieder von den anderen zu lösen, was aber für eine physiologische Schwangerschaft vonnöten wäre. Hyperemesis ist diese durchgehende Kotzerei, oder? Genau, das ist ja okay und auch ein bisschen normal und lässt sich hormonell erklären, dass Frauen vor allem zu Beginn der Schwangerschaft übel ist. Das liegt einfach mitunter auch an den Schwangerschaftshormonen. Und es gibt Frauen, da schießt das total über das erträgliche Maß hinaus. Also die müssen sich 15, 15, 25, 50 Mal am Tag erbrechen und übergeben. Und das ist total dramatisch, weil da die Elektrolyte entgleisen können. die werden stationär eingewiesen, um da infiziert zu werden, um wirklich starke Medikamente gegen die Übelkeit zu bekommen, um Vitamine substituiert zu bekommen. Also das ist wirklich eine ernst zu nehmende Erkrankung und das ist schon ein bisschen fies, wenn man das der Mama in die Schuhe schiebt, dass sie ihre Wesensglieder nicht unter Kontrolle hat. Du sagst gerade Wesensglieder, das ist ja ein Ausdruck aus der Anthroposophie, wo wo man davon ausgeht, dass der Mensch im Laufe seines Lebens verschiedene Körperhüllen entwickelt, die sogenannten Wesensglieder. Das wären dann zum Beispiel der Astralleib oder der Ätherleib oder das Ich, das man zumindest in Kindheits- und Jugendtagen dann als Körperhülle entwickelt. Warum bist du so vertraut mit den Ausdrücken und Konzepten? Also ich habe tatsächlich auch eine anthroposophische Vorbelastung familiärer Natur. Bei uns wurde das Zuhause nicht als "Oh, das ist Anthroposophie, das finden wir toll" thematisiert, aber es gab ganz viele Demeter-Nahrungsmittel, es gab auch Melida als Körperpflege. Und die Literatur war einschlägig. Das eine ist natürlich Michaela Glöckler und ihre Ansicht über Kinderkrankheiten. Georg Soldner war damals schon im Kommen bzw. als ich ein Kind war, natürlich schon in der Blüte seiner Karriere. Und es gab "Doktor zu Linden". Das war die Kinderaufzuchtbibel meiner Oma. Das hat sie bei meiner Mama gemacht. Meine Mama ist groß geworden. Deswegen hat das meine Mama auch so mit mir gemacht. Und ich habe das Buch auch geschenkt bekommen, weil ich es dummerweise mit meinem ersten Kind nicht so gemacht habe. Und das war so im Hintergrund präsent. Und dann hat mich das natürlich geprägt. Ich habe mir, als ich angefangen habe, hier beim Kunde zu studieren, gar keine Gedanken darüber gemacht, was ist echte Medizin, was ist wissenschaftlich begründet, was ist Homeopathie, was ist Phytotherapie, also Pflanzenheilkunde mit Wirkstoffen, Oder was ist Anthroposophie? Wo ist ein spiritueller Überbau dabei? Was ist einfach nur so verrückt? Ich habe da gar keine Gedanken dran verschwendet. Das war für mich alles ein bisschen gleichberechtigt. Und so habe ich mich natürlich auch dafür interessiert, weil es ist doch total schön, einer Schwangeren potenzielle Nebenwirkungen von Medikamenten vor, wenn man die denn nicht zumuten muss. in dem man eine Alternative für sie zu bieten hat. Und das war jetzt auch nie irgendwie ein kritisches Thema in meinem Studium. Und irgendwie bin ich, weil ich ein kommunikativer Mensch bin und mich auch für Sachen interessieren kann, da so reingerutscht und habe dann die Weiterbildung zur Anthroposophie gemacht. Die habe ich schon im Studium angefangen und tatsächlich dann über das Examen hinaus fertig gemacht. Und das hat mich kuriert. Das heißt, du bist zum einen eine studierte Hebamme, die den Beruf also wirklich studiert hat, wie das jetzt auch immer mehr zum Standard wird, und zum anderen hast du eine Weiterbildung zur anthroposophischen Hebamme gemacht. Das führt mich schon gleich zu unserer ersten Frage, wie kommt es denn, dass so viele Hebammen die anthroposophischen Konzepte in die Familien reintragen und das vielleicht sogar ein bisschen unwissend tun? Das ist einfach so. Im Hintergrund ist Anthropologie immer wieder ein Thema bei Hebammen. Es gibt wenige Kreissäle, in denen es nicht diese wirklich lecker duftenden Öle gibt. Und ich glaube, darüber ist es eben da. Das liegt gut, das ist präsent. Velida kümmert sich sehr um Hebammen. Velida kümmert sich sehr um werdende Hebammen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Da geht man hin, da fühlt man sich wohl, da wird man einmal nicht erniedrigt. Das ist ein großes Thema in der Hebammenausbildung, in dem Hebammenstudium, dass man teilweise im Kreißsaal wie der letzte Dreck behandelt wird. Und dann ist da jemand, der es liebt. Der ist ja gar nicht immer bei den Fortbildungen wirklich Anthroposophie das Kernthema, sondern da werden medial stark präsente Menschen eingeladen. Herbert Renz-Polster ist da dann und hält eigentlich einen total sinnvollen Vortrag über Kleinkinderaufzucht. Und nebenzu in der Pause bist du nett massiert und gut verköstigt und sie sorgen für die Anreise und die Abreise und du fühlst dich einfach wohl. Und dadurch, dass das dann immer total positiv besetzt ist, ist man sehr offen dafür. Man bekommt wirklich Unterstützung für seine Arbeit. Man lernt dort Massagetechniken, das finden die Frauen angenehm. Man bekommt Angebote, dass man Öle haben kann zum Massieren. Und schwupps hat man es. Ja, ich erinnere mich, dass eine Claudia Granays mal vor vielen Jahren einen Artikel rausgebracht hat bei Science Blogs. Das war 2013, das ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre her. und quasi geschildert hat, wie man mit Anthroposophie angefixt wird auf diesen Veranstaltungen. Und am Ende des Tages gibt es, glaube ich, auch noch wertvolle Fortbildungspunkte dafür, dass man dort teilgenommen hat, wobei die Inhalte oftmals hoch esoterisch und sehr wenig weltlich sind. Jetzt reden wir hier so locker flockig über Weleda, weil wir das alle kennen, aber vielleicht kennen unsere Hörer*innen das nicht so gut. Denn die Weleda ist ein esoterisch geprägter Kosmetik- und Pseudopharmakonzern aus Schwäbisch Gemünd und geht direkt zurück auf den österreichischen Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner. Der hatte zwei kleinere Firmen, Futurum AG und der kommende Tag AG. Und aus denen ist 1928 die Firma Weleda entstanden. Die sind heute ganz bekannt für Naturkosmetik und schön duftende Öle. Was weniger bekannt ist, dass ein Teil des Sortiments auch die sogenannte anthroposophische Medizin ist, die oftmals homöopathisch hoch verdünnt ist und für die keine Wirknachweise vorliegen. Deswegen betone ich das immer gerne, dass es ein Pseudopharmakonzern ist oder dass der Pseudomedizin herstellt. Die haben zwar auch ein klein wenig Phytotherapie und ein paar Cremes, wo wirklich Inhaltsstoffe drin sind. Der große Teil der Pharma-Sparte basiert allerdings auf hellseherischen Konzepten, homöopathischen Verdünnungen und sogar Mittel, die mit Fernheilung wirken sollten. Das ist ganz verrückt, wenn man da mal richtig dahinter schaut. Also ich fand, ich hab jetzt beim Recherchieren, ich bin nochmal in so ein Rechercheloch gefallen, War ich erstaunt, ich dachte immer, das wäre tatsächlich nur so Nischensparte, irgendwie diese Arzneimittel, weil die ganzen Cremes und das Zeug steht ja in jedem Druckerieladen inzwischen, aber die Medikamente an den Führungsstrichen sind ja schon apothekenpflichtig. Das war dann doch mehr als ich dachte, also insgesamt haben die so rund 400 Millionen Umsatz und davon sind so rund, also jetzt ganz grob gesprochen, irgendwie 100 die Medikamente und 300 die Kosmetik. Die Mittel, sagen wir mal die Mittel. Ja, stimmt. Inzwischen gibt es auch, wo ich gar nicht weiß, auf welche Sparte sie das legen, aber ganz neu gibt es auf dem Markt jetzt auch Nahrungsergänzungsmittel von Weleda. Aber auf jeden Fall, das wollte ich nochmal betonen, dass mir das nicht so klar war, weil es im Bild, finde ich, nicht so präsent ist. Und als ich mich dann erinnerte, wie oft ich wiederum in Apotheken so ganz große Schaufenster voll mit Weleda Ästhetik und diesen ganzen Odoron, Dodoron-Mittelchen sehe, dachte ich, ja, stimmt eigentlich. Stimmt eigentlich. Eigentlich haben die doch da ganz schön viel Zeug, was man so kaufen kann. Es wird ja auch verschrieben von Ärzt*innen und Psychiater*innen. Also ich habe letztens in meiner Instagram-Story das Weleda-Mittelchen Neurodoron geteilt, weil ich das so lustig fand. Also einerseits die Namensgebung, Doron habe ich nachgeguckt, ist aus dem Griechischen für Gabe. Und warum ich das so witzig fand, ist, dass Anthroposoph*innen ja oft von Psychopillen reden, die irgendwie bei Angstzuständen oder ADHS oder so verschrieben wurden. Und dann gibt es aber eben von Velida wieder ein Mittel genau für diese Sachen. Und dann haben mir auf meine Instagram-Story ganz viele Leute geantwortet, dass ihnen das schon bei Migräne, bei Schlafstörungen, in der Psychiatrie einfach verschrieben wurde. Und sie das dann halt auch erstmal gekauft haben, weil sie ja nicht wussten, was das ist und dachten, okay, wenn wir das Ärzt*innen verschreiben, dann wird das ja auch helfen. Und die haben alle geschrieben, es hat nichts gebracht. Aber das würde ja auch nochmal erklären, warum vielleicht viele Leute das dann auch einfach erstmal haben. Naja, es wird natürlich der Eindruck erweckt, erst mal durch die Apothekenpflicht, durch die Verschreibungspflicht, dass es sich um echte Medikamente handelt. Das ist halt ein Problem noch aus den 70er Jahren, wo Pseudomedizin, der evidenzbasierten Medizin, einfach gleichgestellt wurde und die Pseudomediziner gar keine Forschung betreiben müssten. Sie müssen keine Wirknachweise bringen, sie müssen keine Studien vorlegen. Sie können ihre Mittel quasi selber begutachten und für wirksam erklären und dann nach einer Registrierung auf den Markt bringen. Aber ich habe die Erfahrung auch gemacht mit dem kranken Kind zum Arzt, der verschreibt was, die Apotheke händigt es aus, zu Hause den Beipackzettel gelesen und dann war es Homöopathie und dann war halt nichts drin in dem Mittel. Es ist bei Neurodiron übrigens potenziertes Gold drin und potenziert klingt ja immer so als wäre es stärker. Das ist dann 100 Millionenfach verdünntes Gold nicht enthalten in diese Mittel, soll dann aber ganz besonders doll wirken. Okay, finde ich bei Kopfschmerz noch, finde ich vielleicht noch erträglich, sich dann Placebo selber zu geben. Allerdings ist Velleda in der Vergangenheit zumindest auch für anthroposophische Krebsmittel zuständig gewesen und hat dann mit Iscador und anderen Marken ein Mistelpräparat auf den Markt gebracht, was keinen Wirknachweis hat und dem sich Menschen mit Krebserkrankungen anvertraut haben. Aber ich glaube, der Punkt, wo man immer dann an so was kommt wie Weleda, das ist dann oft so, wenn man ein Kind hat, wenn man zur Hebammenpraxis geht, wenn man ein Baby bekommt, dann wird man damit quasi ja von allen Seiten zugeschmissen. So hat man den Eindruck. Ist auch so. Wir Hebammen sind ja allgemein gefährdet, eine Dauerwerbesendung zu werden. Jeder Hersteller, sei es Alternativ, sei es klassischer, böser Pharmahersteller, sei es Bibi-Nahrungsindustrie, sei es Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel, was auch immer, Windeln, Pflege, sonst wie, möchte Hebammen Muster schicken, die wir natürlich dann wieder den Frauen weitergeben. Und das ist auf der einen Seite ja auch total praktisch. Und deswegen sagt man am Anfang der Karriere sagt man sowieso zu einem Jahr, weil man sich denkt, die geben mir was wie cool. Die kümmern sich um dich. Schwupps haben sie deine Adresse auch nach dem dritten Umzug noch. Und manchmal ist es ja auch total cool. Es gibt Sachen, die sind wirklich toll. Entweder, dass Familien einfach mehrere Hersteller niedrigschwellig ausprobieren können und dann den kaufen, den sie gut finden, zum Beispiel verschiedene Sorten Brustwarzen. Dann ist die eine Familie vegan, die nächste möchte was, was in Deutschland produziert wird, die nächste möchte was Non-Allergenes und so. Oder auch bei Windeln oder so was bin ich echt relativ pragmatisch. Bei Säuglingsmilch geht es schon wieder los, weil es da ja tatsächlich einen übergeordneten Kodex gibt, dass weder Hebammen noch Ärzt*innen für Muttermilchersatz machen dürfen. Aber es gibt ja nun diese Familien, die sich entweder gegen das Stillen entscheiden oder wo das auch einfach nicht gut klappt, die dann auf Säuglingsmilch angewiesen sind. Und dann gibt es natürlich gerade bei diesen Helferlein unwahrscheinlich viel. Und das ist ganz spannend, da auf diesen Zug springen jetzt auch alteingesessene Pharmahersteller auf. Wenn wir bedenken, klassisches alternatives Mittel, was in vielen Haushalten zu finden ist, sind zum einen Euphrasia Augentropfen und Kümmelzäpfchen. Und früher bei Weleda, bei Wala zu finden, findet sich das heute bei Pedia. Was ist Pedia bitte? Ist eine andere Marke. Genau, eigentlich klassischer Pharmahersteller. Stellt Antibiosen her, stellt Antikrebsmittel her und zunehmend auch Homöopathikum. Okay, also die klassischen Kalendulatropfen, die kennt bestimmt jeder. Die haben wir auch schon bekommen. Die kriegt man auch in der Apotheke unaufgefordert ausgehändigt. Dabei handelt es sich da ja auch um homöopathische Tropfen. Das heißt, der Augentrost Euphrasia, der ja sehr hilfreich sein kann, ist da quasi gar nicht mehr enthalten, weil er mindestens 1000-fach verdünnt ist in Potenz D4. Interessant ist in dem Zusammenhang jetzt, wo die Kritik an der Homöopathie immer stärker wird, hat Weleda seine Marke umgebrandet und schreibt nicht mehr Homöopathie drauf und nicht mehr D4 verdünnt, sondern macht das jetzt alles unter der Marke Visiodoron. Das heißt, man schreibt auch gar nicht so gerne drauf, was es ist, weil das soll man eigentlich gar nicht richtig wissen. Da verschieben sich die Marktanteile, sagst du, zu anderen Firmen auch. Ja, was heißt verschieben sich? Ich glaube, dass einfach auch andere Firmen auf den Zug aufspringen. Wir haben natürlich, also wir haben Kolleginnen, die mit Freuden Homöopathika und Anthroposophika in die Familien tragen. Teilweise, weil sie wirklich überzeugt davon sind. Teilweise, weil sie denken, es ist einfach die risikoarme Alternative. Es ist einfach nicht bei jeder Hebamme ein Bewusstsein dafür da, was ist ein Medikament, was ist eine Erkrankung und wo ist genau die Grenze zwischen müsste man eigentlich nichts tun, schadet vielleicht die Homöopathie auch nicht. Oder müssen wir was tun? Meine persönliche Grenze war zum Beispiel, ich sage es, wir hatten ja beim Kennenlernen das Thema Crunchy Mom. Ich wollte gerne meine Kinder zu Hause bekommen. Ich hatte beim ersten Kind eine Hebamme, die ganz, ganz wunderbar evidenzbasiert gearbeitet hat. Es war uns irgendwann allen klar, dieses Kind kann nicht zu Hause kommen, also kam es in einer Klinik. hervorragend betreut, wirklich toll. Beim zweiten Kind dachte ich mir, dieses Mal machst du das mit der Hausgeburt. Und da gab es nicht so die Auswahl bei uns. Und dann habe ich halt die genommen, die es gab. Und irgendwann ist der Blutdruck hochgegangen. Und anstatt das sinnvoll mit zum Beispiel Präzinol, zwar sicher Blutdrucksenker, extra für Schwangere einzustellen, kamen sie mit Bachblüten in dem Fall um die Ecke. Und da ist ja dann nicht mal so gewesen, okay, diese Bachblüte hilft dagegen, sondern da kamen noch Tarotkarten ins Spiel. Und dann sollte ich Tarotkarten spielen. Das ist genauso seriös wie die Batschblüten. Ja. Und die hat auch mit sehr viel anthroposophischen und homöopathischen Mitteln gearbeitet. Und dann spannenderweise, das ist ja auch so ein Punkt, Anthroposophie und Homöopathie vermittelt ja die ultimative individuelle Betreuung. Betreuung. Und jetzt sagt die Hebamme zu mir und in der Phase Geburt gebe ich immer diese Kügelchen und in der Phase der Geburt gebe ich immer diese Kügelchen. Da war ich ja schon geheilt von dem Ganzen und habe gemeint und wenn ich das nicht brauche, nee ich habe da schon gute Erfahrungen gemacht. Das gebe ich immer. Ja es schadet ja auch nichts. Vielleicht hat der Zucker ja auch dir ein bisschen Energie verschafft. Ja aber ich hätte lieber Cola oder so gehabt. Ja, aber es ist mir gerade einfach, wo du sagst, das Pendeln, das war bei uns früher zu Hause auch total normal. Also, dass man noch nicht mal, sag ich mal, so sagt, okay, das sind die Symptome und dann guckt man in irgendeinem Buch oder so, sondern dass das eher so war, teilweise wirklich mit einem Pendel und teilweise musste ich auch mit geschlossenen Augen, mit der Hand, so einen Zentimeter über der Schachtel Und dann gucken, welches sich richtig anfühlt oder so. Und das habe ich dann gekriegt. Ich auch. Das fühlt sich sehr individuell an, weil es gibt vielleicht auch längere Anamnese-Gespräche beim Hormon-Modipaten. Das war meine Mama zu Hause. Das meine ich ja. Das machen Menschen, ohne dass sie da wirklich eine Ausbildung zu haben. Auch die, die das mit den Tarot-Karten legen, das ist halt auch oft, habe ich den Eindruck, Das kann halt jede Person, die die Rückseite von so einem Packen durchgelesen hat. Da steht drauf "Machst du so, machst du so", sucht man sich eine aus. So, dass es dann, bevor man sich die nimmt, verbindet man sich irgendwie noch mit dem Heiligen Geist im Weltall, dem höheren Ich, wie auch immer. Und ich glaube schon, dass das auch so ein Aspekt ist, wieso das in dieser Wochenbett- und Schwangerschaftszeit auch irgendwie gut passt, weil es ganz viele Zustände gibt, die sind eigentlich irgendwie unangenehm. Oder schreiendes Kind, was nicht aufhört zu schreien. Irgendwie ziependes Dings, Übelkeit, was auch immer. Also wo es einem tatsächlich auch einfach nicht gut damit geht, aber man kann halt eigentlich nichts machen außer abwarten. Und dann ist halt dieses, naja, dann kann ich jetzt was tun und dann bin ich aktiv und dann nehme ich das und dann achte ich drauf, ob das jetzt hilft und ob sich dadurch was bessert. Und dann bin ich aus dieser passiven Rolle, ich jetzt abwarten muss, bis das von selber besser wird, halt erst mal raus. Und ich glaube dadurch, dass Hebammen einfach mehr zuständig sind, sage ich mal, für das Gesunde, passt da natürlich irgendwie Mittelchen, die keine Nebenwirkungen haben und halt auch keine Wirkung, trotzdem ganz gut rein. Ja, ganz klar. Das ist ja eh ein guter Punkt. Hebammen sind für physiologische Verläufe, also für gesunde Frauen, gesunde Kinder zuständig. Und natürlich müssen wir auch erkennen, wo ist die Grenze, wo müssen wir zum Arzt schicken, damit Medikamente oder Diagnostik ins Spiel kommen. Und das ist aber manchmal schwer auszuhalten. Jetzt stell dir vor, du schickst zum Arzt und der macht nicht, was du willst. Das macht mich regelmäßig verdückt, wenn ich mir denke, hallo, wir müssen doch jetzt was tun. Und natürlich, ich bin schwindig, Ich frage dann irgendwie, wen anders, und der kümmert sich dann. Aber man kann natürlich auch sich sagen, der hilft mir eh nicht, dann, Doktor, ich halt selber rum. Ich glaube ganz fest daran, dass wir eigentlich den Weg klassisch evidenzbasierten Arbeitens nicht verlassen müssen als Lieber. Weil für das, wofür wir zuständig sind, sind wir eigentlich gut ausgebildet und auch gut ausgestattet. Ganz viel von diesen "ich fühle mich nicht gut"-Geschichten können wir dadurch, dass wir ja sogar Zeit in der Schwangerschaft bezahlt bekommen, ganz ohne irgendwelche Mittel therapieren, indem wir zuhören, indem wir da sind, indem wir mit der Frau nach den Herztönen hören, indem wir überlegen, wird die Übelkeit schlimmer bei bestimmten Nahrungsmitteln oder nicht, indem wir Blut abnehmen und gucken, ist vielleicht doch Pathologie dahinter. Da sind wir ja sogar viel freier als die Ärzte, weil wir nicht budgetiert sind. Also eigentlich haben wir jede Chance, seriös eine Frau durch diese Schwangerschaft zu bringen und dann auch seriös Kontakt zu Ärzten aufzunehmen und zu sagen, hey yo, wir sind an folgenden Punkt angelangt, bitte übernimm du und guck da mal mit drauf. Eigentlich müssten wir das wirklich alles gar nicht machen, was da rechts und links davon ist. Ja, ich weiß auch gar nicht, warum man da dann so leicht wieder reinrutscht. Ich dachte immer, das wäre für die Hebammen und aller Geschlechter auch eine tolle Möglichkeit, eigene Mittel an der Hand zu haben, die man einsetzen kann, die man quasi jetzt nicht direkt verschreiben kann, aber quasi eine eigene Medizin, über die man fast wie ein Arzt, eine Ärztin denn auch verfügen kann. Spielt das auch eine Rolle? Du kannst es ja quasi indirekt verschreiben. Im Hebammengesetz und in den Hebammenberufsordnungen ist ja festgelegt, dass Hebammen Anthroposophika explizit und Homöopathika und auch bestimmte Kaminative, also Genuglegungen und Darmgeschichten und auch Antimirkotika und so weiter auf Kassenkosten organisieren können. Das sieht dann de facto so aus, dass die Hebammen in die Apotheke gehen, das besorgt, bezahlt und der Kasse danach anschließend in Rechnung stellt für die jeweilige Frau. Das ist natürlich krass und das ist natürlich auch was, was von den Familien wahnsinnig gerne genutzt wird. Im Normalfall muss man das selbst bezahlen. Und wenn die Jägerin mir das mitbringt, dann bekomme ich das. Und das ist ja cool. Ich bekomme was. Das heißt, ich bin ein umsorgter Mensch. Also unser Kinderarzt hat es mal so dargestellt, er gab mir dann die erwähnten Homöopathika und als ich ihn darauf ansprach, warum geben sie mir so einen Quatsch mit, dann sagt er, weil die Patienten immer was mitnehmen wollen. Die wollen dann was in der Hand haben und das war dann so und er hätte uns auch sagen können, wir brauchen da nichts machen. Warten Sie einfach ab, dann wird es von alleine wieder gut. Dann hätte ich auf jeden Fall nicht die Pseudopharma-Industrie damit noch pampern müssen, dass man so was gibt. Aber das ist für Hebammen wirklich explizit genannt, also Mittel ohne Wirknachweis für Die Humepatika Anthroposophica dürft ihr kaufen und weitergeben. Genau. Wir dürfen auch seriöse Medikamente kaufen und anwenden. Zum Beispiel alles, was man für eine seriöse Hausgeburt braucht, Oxytocin, Blutungsprophylaxe, Schmerzmittel zum Nähen usw. Das kriegen wir auch in der Apotheke, auch ohne das Rezept vom Arzt. Aber es ist wirklich explizit mit den Anthroposophika so genannt. Und das ist schon ein bisschen verstörend. Das fällt mir auch auf, wo du das gerade sagst. Also das Octenisept ist mit unserer Hebamme bei uns eingezogen. Und seitdem haben wir Octenisept im Haushalt. Aber das ist doch gut, oder? Du brauchst auch nicht viel mehr. Nee, das ist super, aber ich dachte... Ja, Hilfe. Es war nur, ah, so funktioniert das. Weil das hätte ja auch nicht das Octenisept, sondern zum Beispiel irgendwie ein anderes, halt homeopathisches oder anthroposophisches Mittel sein können, was seitdem bei mir im Haushalt lebt und irgendwie regelmäßig Anwendung findet. Irgendeine Salbe oder so. In dem Fall war es halt Octini-Sep. Werbung wirkt. Ja, naja. Beziehungsweise, wenn man es dann irgendwie hat und man sich damit wohlfühlt, dann kauft man es halt nach. Also seid ihr quasi schon prädestiniert oder vorherbestimmt als Hebam irgendwie bei den hochverdünnten Mittelchen zu landen? Und du erzählst uns mal was davon, dass es auch ein Homöopathie-Pflichtseminar für dich gab. Also für mich persönlich nicht, aber ich habe Studierende im Externat bei mir. Das heißt, alle werdenden Hebammen sind eine gewisse Zeit lang in der außerklinischen Hebammenarbeit unterwegs. Also Schwangerenvorsorgekurse, Wochenbettbetreuung, Stillberatung und so. Früher war das nicht ganz so geregelt. Jetzt sind es zwölf Wochen Vollzeit von den sieben bis acht Semester Studium. Also schon relevant. Ich habe Studierende einer Hochschule in meiner Nähe, oft, und die sind verpflichtet, ein mehrtägiges Seminar bei einer Hebamme wahrzunehmen, die ihr Geld nicht mehr als Hebamme verdient, sondern als Autorin und als Entwicklerin von homeopathischen und aromatherapeutischen Produkten. Und ein Pflichtseminar "Homöopathie in der Hebammenarbeit" finde ich in einem Studiengang wirklich maximal unangebracht. Aber es könnte doch auch toll sein, da wird dann erklärt, was eine Verdünnung ist, dass da irgendwo eine Grenze der Verdünnung ist, dass kein Wirkstoff mehr drin ist, dass das Simili-Prinzip mit ähnlichem Quatsch ist und das Homöopathie gegen die Naturgesetze verstößt und kein Wirknachweis hat seit 125 Jahren. Das ist doch toll, das sollte man denen doch beibringen. Aber jetzt höre ich gerade, das ist bei einer Homöopathin. Also auch wieder ein Einfallstor für Schwurbel in der Hebammenkunde. Ja, es ist allgemein ja so, dass tatsächlich relativ viele Industriezweige ihre Wege in die Hochschulen und in die Hebammenschulen finden. Zum einen tatsächlich aktiv eingeladen von den Studierenden. Man hat ja immer die Möglichkeit, sich Gastdozenten zu organisieren oder Themen, die einen besonders beschäftigen, nochmal aufzugreifen. Wir hatten zum Beispiel eine Referentin für Kurse eingeladen, haben da auch richtig viel Geld bezahlt. Wir haben auch Weleda eingeschaltet. Das war ein schöner Tag. Ich habe den total genossen. Ich war voll überzeugt von der ganzen Sache. Da haben gelernt, was wichtig in der Hebammentasche ist. Fun Fact. Alle ist von Weleda. Und sind ein bisschen verwöhnt worden. Und so liegt es natürlich auch ein bisschen an werdenden Hebammen, was sie lernen. Aber sobald eben Pflicht drüber steht, ist es wirklich kritisch. Da hat ja eine Hochschule eigentlich auch eine Schutzfunktion. Ja, sollte man meinen. Also Cosmo und ich haben im Vorhinein irgendwie so drüber geredet und haben auch überlegt, inwieweit diese Nähe zu Weleda und der Pseudomedizin vielleicht auch was damit zu tun hat, dass wenn man historisch guckt, was ist eigentlich so die Position der Hebamme und vielleicht auch gegenüber der, wie heißt das dann immer so, technisierten Schulmedizin oder so und dem Schwerpunkt aufs Pathologische und der Hebamme als die weise Frau und mit dem Schwerpunkt aufs Gesunde und die Frauen stärken und vielleicht auch irgendwie noch so ein feministischer Impuls und so und wie das dann irgendwie da so zusammenkommt. Ich bin total dafür, Frauen zu stärken und den Blick auf die Physiologie zu haben. Ich bin ein großer Fan von Technik. Ich schalle ja auch, wenn ich das für sinnvoll erachte, halt im Rahmen der Hebammenkompetenz, also nicht um Fehlbildungen auszuschließen oder um bei einem Kind, wo man schon weiß, das hat ein krankes Herz, danach zu gucken, aber so um das, was ich sonst mit meinen Händen mache im Zweifelsfall zu ergänzen. Jetzt habe ich den Faden verloren. Das war so ein bisschen das Selbstverständnis. Genau. Kriminismus, das finde ich total spannend, weil Anthroposophie ist ja eigentlich total antifeministisch. Total, ja. Auch das Steiner-Zitat am Anfang. Ja, und alle Steiner-Zitate zur Schwangerschaft sind total antifeministisch und patriarchalisch geprägt. wie dieser Mann der Frau sagt, wie sie sich in der Schwangerschaft verhalten soll. Also das sind ja lauter Verhaltensregeln, die da eigentlich aufgestellt werden in der Anthroposophie. Zum Beispiel, ich weiß nicht, ob ihr diesen Spruch kennt, dass die Frau auch keinen Teig rühren soll, weil sich sonst die Nabelschnur um den Hals des Kindes schlängt. Ja, oder auch beim Garten wickeln. Dann würde man direkt unten mit der Nabelschnur quasi dasselbe machen. Ja, also, und das ist was. Also, Hegam und Venedar, jetzt ist es ja so, dass Steiner und die Anthroposophie durchaus auch im rechten Spektrum vertreten sind. Und das ist was, was tatsächlich auch in der Weiterbildung immer wieder thematisiert wurde, beziehungsweise auch von Teilnehmenden angesprochen wurde und jetzt nicht wirklich gut aufgearbeitet wurde. aber das ist jetzt ja nicht so richtig unser Thema. Aber Hebammen und Nationalsozialismus ist ja auch so ein Thema, was schon immer wieder bearbeitet wird. Da gibt es ja zum Beispiel eine Pflegewissenschaftlerin, die zu einer Narkonti auch promoviert hat. Und tatsächlich ist es jetzt auch nicht so, dass der Hebammenverband als Feindbild herhalten muss und das irgendwie totschweigt. Ich war neulich wieder bei einer Veranstaltung, wo es aktiv darum ging, okay, was ist da gelaufen, was sind da für Gelder geschlossen, wie ist Mena Conti bzw. die Reichshebamenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, wie ist das weiter bearbeitet worden, haben die einfach auch ihre Ämter behalten. Das Spannende ist, Mena Conti hat internationale Megakarriere gehabt. Also, die war nicht nur in Deutschland die Reichshebamführerin, Die war tatsächlich international eine bekannte Hebamme. Und das ist schon immer wieder Thema, nur alles völlig unabhängig voneinander. Meine Mama nimmt uns nichts vor, so eine Hebamme passt voll ins Bild der Anthroposophen. Zum einen haben wir voll die Machtposition. Also das ist ja auch ein Thema, was immer wieder präsent ist. Hebammen und Machtmissbrauch. Hebammen und Machtmissbrauch im Kreißsaal. Ich sage dir, wie du zu gebären hast. Und das kann natürlich im medizinischen Einleitungssetting sein oder wenn es um geburtshilfliche Interventionen geht. Das kann aber auch im "Ich gebe dir hiermit Kübelchen ABC" sein. Das ist dein Schmerzmittel, nimm das oder lass das. Was anderes gibt es nicht sein. Ja, so die Hebamme als eigentlich patriarchale Mutterfigur in der Familie ist schon auch eine spannende Ansage. Uns ist da bei der Recherche ja dann auch noch aufgefallen, dass Weleda heute da auch so ein zweigleisiges Gleis fährt. Also, nein, das macht keinen Sinn, aber sie haben da verschiedene Herangehensweisen. Einerseits ist ja so, kommt, glaub ich, durch, Weleda und Weleda und Anthroposophie-affine Hebammen dann auch wieder viel so neuerechtes Gedankengut in die Köpfe von werdenden Eltern, die das dann in dem Zusammenhang gar nicht reflektieren, weil es halt für sie ein Safe Space ist, und wo es dann aber auch eben ganz viel wieder um so Elternshaming und sowas gibt. Und andererseits haben wir zum Beispiel rausgefunden, dass Beleda, wenn ich das jetzt richtig erinnere, Plakate für einen Streik des Hebammenverbandes zum Beispiel gedruckt hat. Also das ist dann ja auch wieder so dieses Empowernde, wir stehen euch zur Seite, wir sind cool. Und das passt eigentlich gar nicht so unbedingt zusammen. Ja, also das Thema "Gelder aus der Industrie", was ist eine gute Firma, was ist eine schlechte Firma, ist etwas, was mich sehr beschäftigt. Und was ich tatsächlich auch gegenüber dem DHV-Präsidium schon thematisiert habe, und die haben nicht abgewiegelt. Nicht oder mich? Nein, sie haben nicht abgewiegelt. Also wir haben keine Lösung am Ende gehabt. Aber ich hätte es jetzt schon gesagt, es war ein guter Ansatz. Es ist so, dass du als Hebammenverband, der ja auch diesem Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatz unterliegt, tatsächlich nur sehr eingeschränkte Fördergelder aus der Industrie nehmen kannst. Umgedreht sind sie ein bisschen davon abhängig, weil sonst Mitgliedsbeiträge in die Höhe schießen. Man muss jetzt mal gucken, wie das die kleineren Berufsverbände machen, ob die all ihre Kosten durch Mitgliedsbeiträge decken können oder ob da auch Gelder aus der Industrie fließen. Und das ist einfach so, alle Hersteller, die im Entferntesten mit Zeuglingsnahrung zu tun haben, sind raus. Da ist Wilder ein eleganter Geldgeber, Wenn man jetzt diese kompletten Überbau ausblendet und Teuklappen aufsetzt, weil sie keine Pülvermilch verkaufen. Und weil sie keine Konkurrenz zum Stillen darstellen, sondern ja mit Heftchen und so weiter. Broschüren ohne Ende. Stillen auch unterstützen. Genau und ich hatte auch den Eindruck, dass das Broschüren und ich habe auch so eine Wochenbettkarten gesehen, so wunderhübsch designt. wo ich schon an vielen Stellen auch das Gefühl hatte, das ist irgendwie wirklich von Hebammen, die halt angestellt sind bei der WLEDA, für Hebammen so gemacht, dass man als Hebamme tatsächlich das Gefühl hat, das hilft mir in meinem Arbeitsalltag. Das ist sinnvolles Zeug. Das ist nicht einfach nur irgendwie, ja, Werbematerial, das ich hier irgendwie in die Familien schmeiße, sondern das sind tatsächlich Dinge, die auch meine Arbeit erleichtern und ich vielleicht dann auch sagen kann, Hier lesen Sie sich das durch und man dann nicht immer zehn Minuten Vortrag halten muss über die gleichen Basics. Also da hatte ich schon den Eindruck, dass das sozusagen einen Mehrwert bietet für die alltägliche Arbeit und allein deswegen schon attraktiv ist. Es ist tatsächlich so. Also es versuchen ja alle Hersteller. Jeder Hersteller der Welt hat Wochenbetreuung zu bieten. Weleda hat's geschafft. Für Weleda arbeiten einfach ganz viele Hebammen im Marketing und so weiter. Und die sind ja selbst auch aus der freiberuflichen Hebammenarbeit und bringen natürlich ein, was hilft, was kommt gut an. Es gibt einen tatsächlich mega gut designten Hebammenkalender. Es gibt die Wochenbettbetreuungsbögen. Ich bin zum Glück raus, ich dokumentiere digital. Aber das ist dann ganz schwer. Also ich habe Wochenbettbetreuungsbögen auch von einer Firma genutzt, die mir die zur Verfügung stellt. Und es waren nicht die von WELEDAR für mich, da haben andere gepasst. Aber ich habe tatsächlich sogar mal bei einer Druckerei nachgefragt, was würde es mich kosten, wenn ich so ein ähnliches Konzept einfach für mich haben will, ohne Werbung, vielleicht mit meiner eigenen Werbung drauf. sodass ich da auch nicht irgendwie die verschämt in meine Tasche stopfen muss oder Logos abkleben muss oder sowas. Und das wäre einfach nicht drin gewesen. [HT] Du sagtest gerade, es arbeiten dann viele Hebammen auch im Konzern Weleda. Ich habe letztens noch mal ein Interview gelesen mit der Geschäftsleiterin Natalia Jamulenko. Und die ist auch Dr. Med, also Medizinerin, Geschäftsführerin oder Geschäftsleiterin heißt es bei Weleda, hat nebenbei mal eine Waldorfschule gegründet und war ganz stolz, sie konnte die virale Lungenentzündung ihres Kindes ohne Antibiotika behandeln. Viral. Ja, das ist ja mal, virale Lungenentzündung behandelt man nicht mit Antibiotika, weil die nicht helfen dagegen, sondern nur gegen Bakterien. Und sie habe von Rudolf Steiner gelernt, dass es nicht nur Naturwissenschaften gibt, sondern auch eine andere Wissenschaft, welche unsere Wirklichkeit erweitert. Und wenn das von einer Ärztin kommt, die an der Spitze eines Medizinkonzerns steht, und die sagt, es gibt nicht nur die eine Wissenschaft, es gibt auch andere Wissenschaften, die unsere Sicht erweitern, dann ist das Anthroposophiesprech, die von höheren Welten, Auren, Ätherleiben, Ganzheitlichkeit sprechen. Und das finde ich ganz bedenklich. Auf der anderen Seite gibt es da den Forschungs- und Entwicklungschef bei Weleda, Herr Abendola, der genau weiß, dass die meisten Kund*innen gar nicht Anthroposophie kennen und das mit Naturheilkunde verwechseln, diese Mittelchen. Und er hat geäußert, dass man auch in Zukunft so werben möchte, dass mehrere Lesarten der Produkte möglich seien. Das heißt, es wird bewusst so geworben, als sei ein Scheinmedikament eine Naturheilkunde. Das weiß der Konzern, das sagt man auch offen, man möchte die Kunden damit blenden, jetzt Phytotherapie, also Naturheilkunde zu machen, obwohl man das in den weitesten Bereichen gar nicht tut. Da frage ich mich schon, ob das nicht unethisch ist für Mediziner*innen, wieder besseren Wissens, Globuli unter die Hebammen und damit auch unter die Zungen der Babys zu bringen vielleicht. Ja, jetzt haben wir schon die wichtigsten Punkte besprochen. Erstmal, warum ist die Schnittstelle so eng zwischen Hebammen und Anthroposophie? Wie kommt es dann in die Familie? Und was hat die Hebamme davon quasi? Und mich würde noch mal interessieren, du hast ja eine Ausbildung zur anthroposophischen Hebamme gemacht. Kannst du festmachen, woran da die Unterschiede liegen? Worauf achtet man besonders jetzt in der anthroposophischen Hebammenausbildung, was man vielleicht in der weltlichen Ausbildung nicht so berücksichtigt? Also generell ist es ja so, dass es eine Weiterbildung oder halt eine Ausbildung ist, die sich ja an Hebammen richtet. Das heißt also, alle Themen oder Themen, die man eigentlich für Pfarmeswissen braucht, werden ja da gar nicht behandelt. Die Anthroposophen haben verschiedene kunsttherapeutische Ansätze. Zum einen das Plastizieren, die Eurythmie, das Singen. Das wird sehr intensiv praktiziert. Das ist manchmal total spannend und manchmal einfach nur verwirrend. Es gibt wirklich eine Grundlage in Heil-Eurythmie? Also so, Eurythmie und auch die rhythmischen Einreibungen sind ja so heilige Kühe. Du wirst so ein bisschen angefixt, aber tatsächlich immer mit dem Dings, dass du nach diesen Einblicken im Rahmen dieser Weiterbildung nicht befähigt bist, Heileurythmie oder rhythmische Einreibungen zu machen. Man hat relativ viel so Anwendungsgeschichten ausprobiert und eben viele Theorien So zum Beispiel pathologischen Zuständen in der Schwangerschaft und im Säuglingsalter und im Wochenbett oder ebenso Unplässlichkeiten. Da hat man halt die eigenen anthroposophischen Theorien dazu gehört und dann eben auch anthroposophische Therapieoptionen. Und was auch immer wieder Thema war, war, wie kommt der Anthroposoph zum Beispiel darauf, dass eine bestimmte Pflanze oder so eine Wirkung haben kann für diese Erkrankung. Und das Spannende ist, manchmal kommt ja dann am Ende tatsächlich eine Pflanze raus, die man auch phytotherapeutisch für diesen Zweck einsetzt. Zum Beispiel bei Birken. Geschichten, Birkenblätter wirken theoretisch also entwässernd. Das nutzt auch klassische Phytotherapie. Aber wie man drauf kommt, dass die Birke so viel Wasser über ihre Blätter abgibt und durch die Wurzeln reinholt und dass die deswegen auch das Wasser aus dem Körper abgibt, da braucht es ein bisschen Fantasie. Okay, aber man kommt zufällig zu gleichem oder selben Ergebnis, das ist ja schon mal positiv, oder? Aber es ist ja nicht bei allem so. Bei der Mistel war es nicht so. Ja, der Ansatz war auch spannend. Meine Mama hat sich Muskelpräparate gespritzt. Ich weiß jetzt nicht, ob sie daran gestorben ist oder trotzdem gestorben ist, aber gepackt hat sie es nicht. Manchmal erfordert es natürlich auch noch viel mehr Fantasie, um sich da eine Heilwirkung herbeizureden. Gerade wenn es dann im potenzierten Bereich ist, ist es ja sehr einleuchtend, dass da nichts mehr auf das Mittel zurückgeführt werden kann. Was noch mal spannend ist, was wir jetzt noch gar nicht hatten, ich glaube, ein Punkt, der die seriösität oder vermeintliche Seriosität anthroposophischer Heilmittel und anthroposophischer Therapien und Therapeuten unterstreicht, ist ja, zum einen, es gibt ja tatsächlich rezeptpflichtige Anthroposopher, einzelne Blutdruckmittel und ich meine auch ein Johanniskrautpräparat. Und es gibt anthroposophische Kliniken. Das ist ja was, wir kennen ja keine Klinik mit Unikooperation zu Homöopathie. Na gut, wir kennen Unikliniken, die homöopathisch arbeiten. Aber es gibt ja anthroposophische Kliniken. Und ich glaube, das suggeriert nochmal eine ganz andere Seriosität. Ja, also es gibt zehn anthroposophische Kliniken im deutschen Raum und wir haben die ja damals in unserer Familie auch gewählt zur Geburt unserer Kinder, weil wir das für eine renommierte, ganz seriöse Klinik gehalten haben, die halt das Beste aus beiden Welten bringt, der sogenannten bösen Schulmedizin und der sanften Alternativenmedizin. haben dann aber festgestellt, dass die Alternativmedizin, die ja eigentlich keine Alternative ist, da viel höher gewertet wird als die evidenzbasierte Medizin. Also das ist wieder ein Punkt, wo man natürlich glaubt, das wäre seriös, genau wie mit der Apothekenpflicht oder den Verschreibungspflichten. Da fällt man schnell drauf rein, dass es wirklich eine Alternative sein kann. Wobei es natürlich, das wissen wir jetzt bestimmt alle, zu Medizin keine Alternative gibt. Es gibt auch keine Alternativphysik und ich fliege morgen mal mit dem fliegenden Teppich zur Arbeit. Das funktioniert nicht. Aber da haben wir wirklich eine Ausnahmesituation. Und da besorgt es mich, wie du das erzählst, dass als Pflichtseminar angeboten wird oder dass einfach Inhalte der Ausbildung ist von medizinischen Berufen. Ich wollte auch noch kurz ergänzen, dass ich glaube, ein Grund, warum sich das in Deutschland so gut hält, auch ist, einerseits, dass es halt viele geschichtliche Verflechtungen auch gibt Und andererseits ist es halt voll das Ding der akademisierten Mittelschicht ist. Also, dass das so suggeriert, das sind ja Leute, die können sich viel leisten, die suchen sich das Beste aus, die haben studiert. Und dass das dadurch auch immer wieder, ja, einerseits so ein, naja, man könnte es als Luxus wahrnehmen, aber es wird durch dieses Vermarkten von "das ist besonders natürlich, besonders nachhaltig" dann eher eben als die hochwertigere Variante im Endeffekt wahrgenommen und ich glaube das hat auch einen ganz großen Effekt, Seriositätseffekt quasi. Wenn ich das richtig im Kopf habe, deckt sich das auch mit der Käuferschicht für Homöopathiker in Deutschland, die überdurchschnittlich akademisch und weiblich ist, also schon gebildete Menschen, die es dann vielleicht besser wissen als der Arzt und dann nochmal eine zweite Meinung holen vom Heilpraktiker oder sonst irgendwie von irgendwelchen Globulisten und dann vielleicht noch das Geld haben, das dann aus eigener Tasche zu bezahlen? Ich glaube, das ist ein großes Thema, dieses "Ich kann es mir leisten, ich bin nicht davon abhängig, mir bei meinem allgemeinen medizinischen Kassenrezept für die Chemie zu holen, sondern ich kann es mir leisten, noch jemand anderen zu befragen, ich kann mir die doch teilweise relativ teuren Kosmetika und Mittel leisten und Allgemein, also im anthroposophischen Spektrum, kostet alles ganz schön viel Geld. Ich habe mir eine anthroposophische Kindertagespflege angeschaut, bei meiner großen Tochter. Drei Stunden Kinder Betreuung hätten mehr gekostet als Vollzeit in jeder Kita. Und das ist so ein Ding. Ich tue meinem Kind was Ja, auch für die Windelschutzcreme oder Kalendula. besonders gut, weil es viel Geld kostet. Das Zeug, was man den Kindern auf den Hintern schmiert. Und dann ist es natürlich schon so, bin ich darauf angewiesen, das normale Produkt aus der Drogerie zu nehmen oder kann ich es mir leisten, das scheinbar hochwertigere Produkt von Weleda zu nehmen, wo ja ganz lange auch einfach ignoriert wurde, dass da mit den ätherischen Ölen einfach Allergene an die Babyhaut kommen und es damit eigentlich gar nicht so hochwertig ist, wie man irgendwie denkt. Das sind diese stark riechenden, orangefarbenen Tuben. Die klassischen. Ohne jetzt die Marke zu nennen, Calendula von Weleda. Ich wollte Anna noch was fragen und zwar, wie würdest du das einschätzen unter deinen Ist den Kolleginnen klar, wie anthroposophisch Weleda ist? Oder nehmen die das mehr als so eine nette, natural, irgendwie ein bisschen eso, aber halt einfach irgendwie, das sind die Guten? Es gibt ja mittlerweile immer mehr Hebammen, die definieren sich selbst als evidenzbasiert arbeitend. Ich stehe ja da auch in Kontakt mit Kolleginnen und es gibt aber welche, die sind, also manchmal ist man bereit, große Abstriche zu machen bei den Es gibt die, die arbeiten nicht homöopathisch, aber Akupunktur finden sie schon ganz cool. Da ist es wieder, erkenne ich eine gute oder schlechte Studie? Weil gerade zur Akupunktur ist der Studienmarkt einfach wahnsinnig groß und das ist halt die Challenge zu erkennen, ob es Morbis ist. Bei den Anthroposophen, die argumentieren gar nicht so viel mit Studien. Ich glaube tatsächlich, dass sie das Wohlgefühl und die Wohlgerüche alles übertünchen. Aber von Wähler-Seite her? Also wenn die da für euch was Schickes machen, kommunizieren die das, die auf Basis von der Anthroposophie arbeiten? Oder wird das eher so nur auf konkrete Nachfrage oder immer so ein bisschen an der Seite? Also wie prominent wird das kommuniziert? So mittelprominent. Es ist schon Thema, aber es ist nicht, also es würde jetzt nicht groß auf der Umverpackung stehen, aber es steht im kleingedruckten Inhaltsverteiler hinten drauf. und so auch in der Kommunikation. Das Wording ist ja ganz klar, es ist anthroposophisch erweiterte Schulmedizin. Aber das steht ja nicht auf der Windelcreme. Das steht nicht auf der Windelcreme, aber das ist so in der Kommunikation. Sodass sich eben auch Kolleginnen, die eigentlich vielleicht bemüht sind, wirklich seriös zu arbeiten, auch dazu hinreisen lassen, weil sie davon ausgehen, erstmal arbeite ich ja total seriös und wenn eine Frau das möchte, dann mache ich da einfach noch mal eine Zusatzzauberei. Dann schadet es ja wieder nichts. Das ist die Kunst, die sie geschafft haben, dieses anthroposophisch erweiterte Schulmedizin als Wahrnehmungssache dieser Klinik, die eine Klinik ist und eine Intensivstation hat, aber irgendwie noch mehr kann. Ich bin in meiner Recherche, da kenne ich ja seit ich denken kann, aber bei der Recherche sind mich aus allen Wolken gefallen, als ich festgestellt habe, dass tatsächlich die Hauptanteilseigner, das ist ja eine AG, eine Aktiengesellschaft, halt die allgemeine anthroposophische Gesellschaft und die Klinik Arlesheim sind. Also zwei große Player sozusagen im Bereich Anthroposophie und dass auch so Aktien mit Stimmrechten nur an Menschen rausgegeben werden, die Mitglied sind sind in der anthroposophischen Gesellschaft. Das heißt, dass die anthroposophische Gesellschaft hat 41 Prozent der Stimmrechte in der WELEDAR AG und man kriegt keine Stimmrechte oder kann da nichts mit entscheiden, wenn man nicht selber zumindest Mitglied in der anthroposophischen Gesellschaft ist. Was wiederum heißt, dass alle Produkte, die man kauft von der WELEDAR, schlussendlich wieder der Verbreitung der Anthroposophie als Weltanschauung zugutekommen. Und ein ganz großer Teil, also die müssen per Statut jedes Jahr viel spenden, und ein großer Teil dieser Spenden, das waren vor ein paar Jahren so was wie zweieinhalb Millionen Euro, geht dann halt wieder ins Goetheanum und finanziert da natürlich auch wieder zum Beispiel die medizinische Sektion, die dann wieder anthroposophische Forschung macht. Und die Weleda macht natürlich auch selber Forschung. Nicht nur die Krebsforschung, sondern auch, wie zufrieden waren sie mit der Skinfood-Creme oder so was. Also das finanzieren die schon auch. Aber das war mir tatsächlich nicht so klar, dass das nicht einfach ein Konzern ist, der halt so ein bisschen anthroposophisch ist, sondern dass das ganz zentral so ist, so ist, dass der Firmenzweck auf eine Art ist, die Anthroposophie und die Weiterentwicklung der Anthroposophie als Weltanschauung weiterzutreiben. Und zu finanzieren. Ja, genau. Also möglich zu machen, finanziell. Und das finde ich dann schon krass, wenn ich so denke, okay, wir haben hier in Deutschland ganz viele Hebammen, die so gepampert werden von WLEDA, dass sie die lieben und Pröbchen kriegen ohne Ende und dann tragen sie das irgendwie in die Familien und dann hat natürlich Weleda nicht nur Babyprodukte, sondern natürlich ein Angebot für alle Altersgruppen mit Duschen und Bartöl und weiß der Geier, was es so gibt. Und dann sind es ja nicht nur die Produkte, sondern die Broschüren dazu, wo dann auch ein bisschen Weltanschauung vielleicht irgendwie mit in die Familien getragen wird und dann geht das irgendwie so weiter, dass die dann vielleicht, so wie ich immer noch Octenisept die dann immer noch Weleda-Produkte kaufen, auch wenn die Kinder schon groß sind, und mit jedem Euro, den sie dann an Weleda geben, eigentlich wieder die Anthroposophie finanzieren. Und das finde ich so als innere Vorstellung, dass da so ganz viele Hebammen rumlaufen, die dann irgendwie dazu beitragen, dass die Anthroposophie in die Welt getragen wird, schon ein bisschen gruselig. Und dann denke ich manchmal so, irgendwie, man stelle sich vor, das wäre jetzt nicht die Anthroposophie, sondern Scientology. Fänden wir das dann auch unproblematisch? Fänd das dann ein Hebammenverband unproblematisch? Oder würden die das dann anders bewerten? Ich weiß es nicht, aber ich finde es irgendwie wichtig. Ich war schockiert, sagen wir mal so. Ich bin auch schon bei der Anthroposophie-Verbreitung irritiert und besorgt. Denn zum Beispiel ist die Umgebung von Donnach und Aalesheim als Impfgegner Hochburg bekannt. Auch Weleda hat immer mal wieder erst 2022, also erst vor ein paar Monaten noch, in ihrem Magazin und in ihrem Blog impfgegnerische Thesen vertreten. Kinderkrankheiten sind wichtig, die soll man durchmachen, danach geht man gestärkt daraus hervor. Man soll die bitte nicht vermeiden. Es ist so die Idee davon, dass eine Krankheit gut sei, wobei Krankheiten nie gut sein können. An der Klinik Alesheim reihen sich auch Skandale aneinander. ganz berühmt mit dem anthroposophischen Oberarzt, der Gefälligkeitsatteste für Maskengegner ausgestellt hat und Corona-Leugner war, auf Querdenker-Demos war und jetzt auf der Flucht ist vor der deutschen Gesetzgebung. Oder noch mal als Witz am Rande, die Klinik wird gerade neu gebaut, die Anthroposophische Klinik Arlesheim. Die Kosten sind leider von 50 Millionen Schweizer Franken auf 100 Millionen gestiegen. weil man darauf besteht, das Haus aus Mondholz zu bauen. Also aus Holz, das bei Vollmond geschlagen wird und das spezielle magische Stärken der Eigenschaften haben soll. Also im Grunde schaut man in die Klinik, schaut man in den Konzernen, dann graut es einen auch so, finde ich. Und ja, vielen ist es nicht bewusst oder sie nehmen es nicht so wahr. Ich kenne aber auch kritische Menschen, die sagen, ja komm, Globuli kaufe ich eh nicht, das ist nichts für mich, aber die Kosmetikprodukte sind so toll. toll und die kaufe ich dann. Wobei Vélé da auch sagt, dass sie mit den Kosmetikprodukten die defizitäre, verlustreiche anthroposophische Mittelsparte wieder refinanziert. Das heißt, kaufe ich mir eine Tube Creme, geht das Geld in die sogenannte anthroposophische Medizin. Und ja, es sind tolle Verstrickungen, die ihr da auch recherchiert habt, dass quasi nur Anthroposophen, die in der anthroposophischen Gesellschaft aufgenommen werden. Nach, weiß ich nicht, was die da für eine Prüfung vorher machen. >> Nein, hier steht mit schriftlicher Zustimmung des Verwaltungsrates der WLEDA-LG kann man nur übertragen. Erwerber müssen Mitglied der allgemeinen anthroposophischen Gesellschaft Dornach sein. >> Ja, und da musst du auch erstmal reingehen. Die haben, glaube ich, auch zehn Statuten, die du erfüllen musst. Und dann dürfen nur Anthroposophen Aktien kaufen. Das ist alles so ein bisschen… >> Also die haben zwei Sorten Aktien. Also die haben, ich bin da nicht so, ich habe keine Ahnung von Aktien, aber es ist so, dass man normale Aktien sozusagen hat, Namensaktien heißen die. Und die kriegst du halt nur, wenn du Mitglied bei den Andros bist. Und wenn mit schriftlicher Zustimmung des Verwaltungsrates, also nur Mitgliedschaft reicht, auch nicht. Und dann gibt es noch sogenannte stimmrechtslose Partizipationsscheine. Und die kann man tatsächlich bei einzelnen Banken einfach kaufen. Da gibt es dann keine Prüfung, weil du dann nachher auch keine Stimme hast. Und die allgemeine anthroposophische Gesellschaft hat halt von beidem was. Und insgesamt Aktien rundet in Höhe von 15 Millionen, jetzt weiß ich noch nicht mal, ob Schweizer Franken oder Euro. Aber auf jeden Fall ziemlich viel Asche in der Welle da drin. Ich würde vermuten Euro wegen Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd, Aber das können wir gerne in den Show Notes nochmal klar machen. Ja, ich wollte auch nochmal zu Verstrickungen sagen. Mir ist eigentlich auch jetzt erst bei der W-Leader-Recherche so klar geworden, dass eigentlich Rudolf Steiner, der selber nicht so reich war, aber von Anfang an ja so, ich nenne es jetzt mal so, Entrepreneurs um sich rum hat. Entrepreneurs. Und in allen möglichen Bereichen irgendwie auch gleichzeitig Sachen gegründet und angestoßen hat und Vorträge gleichzeitig dafür gehalten hat. Also ich kann natürlich nicht in seinen Kopf gucken, aber für mich wirkt es auch immer mehr so, als wäre da von Anfang an halt auch eigentlich schon so dieser Anspruch gewesen, da jetzt so eine Art Antro-Imperium aufzubauen, was halt wirtschaftlich sehr stark ist. Und das waren halt so dieser Emil Mold, der Besitzer von der Waldorf Astoria Zigarettenfabrik, hat zum Beispiel dann auch die Futuram AG, glaube ich, also was ja später zu Weleda geworden ist unter anderem, mitfinanziert und es gibt lauter so Querverbindungen, auch viel aus der Maschinenbauindustrie. Also ich will da nichts Falsches sagen, aber ich fand das schon nochmal sehr spannend und da muss ich auch sagen, da war ich bis jetzt vielleicht auch noch so ein bisschen naiv. Also dass ich halt auch dachte, irgendwie ging es immer mehr um die Anthroposophie und weniger um den Einfluss, aber ich glaube es geht, die Anthroposophie ist auch ein Fahrzeug oft für den Einfluss, der da eigentlich gewünscht wurde. >> Futurum war die Schweizer Variante, um die dann erst mal um Ida Wegmann war und der kommende Tag war die deutsche Variante und ich glaube Mold war dann eher aber so ganz genau weiß ich auch das wurde ja auch nachher fusioniert. Mir ist gerade was eingefallen als der Cosmo sagte, dass Steiner das vielleicht schon im Auge gehabt habe, dass man ja das Geld braucht um die Esoterik zu verbreiten. Steiner hat eine Rasierseife entwickelt und ein Haarmittel. Und das Haarmittel hat er genannt "Verlockung". Ja, das ist ja natürlich toll. Und das hat er gerade entwickelt. Und er hat dann gesagt, bei Konferenzen mit den Lehrern der Ersten Waldorfschule in Stuttgart, dass er ganz geschwind was erfinden musste, damit sie sich im Herbst schon einen Turnsaal und einen Eurythmie- und Gesangssaal leisten können. Dazu müssten zuerst allen Kalköpfen Locken wachsen. Also da hat er auch ein bisschen seine Witze drüber gemacht und die Eurythmie-Damen, die könnten das testen, die würden dann Schnurrbärte wachsen, so toll sei das Mittel. Aber da war schon die Idee, die Anthroposophie, den Eurythmie-Saal zum Beispiel, damit zu finanzieren, dass man die Gelder dann jetzt hier aus diesen Kosmetika kriegt. Das war, glaube ich, schon 1919 und früher klar. Ich nutze das als Gedanke am Rande. Grundsätzlich ist ja Anthroposophie schon was, was eigentlich dein ganzes Leben bestimmen kann. Du kannst dich mit biologisch-dynamischen Lebensmitteln ernähren, dein Kind in der anthroposophischen Klinik auf die Welt bringen, danach in die anthroposophische Kita geben, in die Waldorfschule. Mit Demeter Hirsebrei füttern. Vielleicht noch in die anthroposophische Kirche dann entsprechend reingehen. Wobei, das ist, glaube ich, eher ein Nischending. Es ist unter Waldorfschülern gar nicht so wenig verbreitet. Bei uns war es, glaube ich, ein Drittel etwa aus der Klasse oder so. Also die zumindest sich in der Christengemeinschaft haben konfirmieren lassen. Also wie viel das sagt, weiß ich nicht. Ja, weil damit ja dann in der Waldorfschule ja eigentlich gleich auf mit den klassisch großen Konfessionen evangelisch und katholisch. Jaja, also... Jetzt in dem Beispiel schon. Katholisch hatten wir fast niemand. Und insofern war das neben dem Evangelischs eine größte Gruppe. Und noch als kleiner Einwurf, ich war zum Beispiel im Goldenen Rosenkreuz früher. Also das ist auch so eine anthroposophienahe Sekte zum Beispiel, wo dann die Kinder alle in die Waldorfschule geschickt werden. Und ich sehe auch immer wieder Anthroposoph*innen dann zum Beispiel, wenn sie die Seriosität ihrer Esoterik unterstreichen wollen, auch die Rosenkreuzer*innen nennen. Das ist ja auch nochmal ein ganzer Komplex. Da gibt es auch unterschiedliche anthroposophische Religionsgemeinschaften. Was mir dabei noch einfällt, ist, dass die Geburt an sich, so wie der Tod, auch als eine Art Initiationsritus aufgebauscht und hochgespielt wird. Ich bin inzwischen sehr dafür, Dinge pragmatisch zu sehen. Aber das war schon, also vielleicht hat das auch was damit zu tun, dass die Hebammen so ein hohes Standing haben bei den Anthroposophen, dass sie halt diejenigen sind, die einen ganz wesentlichen Moment begleiten. Also auch spirituell einfach. Ja, Reinkarnation in den menschlichen Körper wieder zurück, in den physischen Leib. Das Ankommen auf der Erde. Ich finde das immer so schön, wenn davon geredet wird. wenn die Kinder dann bei uns unten ankommen auf der Erde. Ja, weil das hier... Deshalb wieder die Frage Menschwerdung, ne? Wann ist der Mensch ein Mensch? Immer schon gewesen, immer da, wird immer sein. Und reden kann jetzt so vor sich hin. Ich würde sagen, wir haben eine ganz runde Sendung hinbekommen und haben alle Punkte, die wir uns vorher überlegt haben, mit reinnehmen können. haben ein paar tolle, auch intime Einblicke bekommen. Und zum Ende wollen wir eigentlich immer mit etwas Positivem rausgehen. Und wollen unsere Wünsche formulieren, so haben wir das bisher immer gemacht, was wir uns für die Zukunft denn wünschen würden. Zum Beispiel jetzt zur Hebammenkunde oder gerade Hebamme, in Bezug auf evidenzbasierte Medizin, Schwurbel, Esoterik. Und da würde ich die Lea bitten, mal anzufangen. Was könnte für dich ein Wunsch sein an die Hebammenzunft? Ja, ich glaube, ich würde mir einfach wünschen, dass man die Weleda AG und ihr Engagement ja durchaus schätzen kann, aber es genauso kritisch sieht wie bei HIP und Co. Und jetzt nicht bei den einen sehr kritisch ist, weil sie zu Big Pharma gehören und bei den anderen sehr unkritisch ist, weil sie zu Big Naturals gehören, sondern dass man das einfach beides, ja, ein Stück weit reflektiert für sich einfach und sagen kann, okay, das mag ich noch und das nicht und irgendwie da nicht so ein Bias drin hat irgendwie. Dankeschön. Cosmo, ich würde dich gerne auch fragen, was wäre dein Wunsch? Ich glaube, ich würde mir generell wünschen, dass kritische Menschen mehr reingehen und sich nicht irgendwie rausziehen und so eine Alternative irgendwie dann anbieten wollen, die wieder sehr elitär ist, sondern sich halt dem System mit annehmen und versuchen, da Veränderungen zu bringen auf der menschlichen Ebene und dann eben trotzdem evidenzbasiert, damit alle eine bessere Betreuung bekommen. Sehr schön. Das Schlusswort hat natürlich unsere liebe Gästin Anna Hebamme. Was wäre dein Wunsch? Mein Wunsch an meine Kolleginnen und auch an mich selbst ist, dass wir uns trauen, uns darauf zu besinnen, dass eigentlich evidenzbasiertes Arbeiten und Handeln nicht schaden als ersten Faktor, nicht beeinflussen, den Wunsch der Mutter als Auftrag sehen und dann ihr alle seriösen, evidenzbasierten Optionen, die sie hat, unterbreiten und mit ihr gemeinsam eine Entscheidung für ihre weitere Betreuung fällen, dass wir uns darauf einlassen und dass wir uns einfach mal trauen, wir selbst zu sein, weil wir so viele Kompetenzen eigentlich mitbringen, um wirklich gut und seriöse Arbeit zu machen. Ein schönes Schlusswort. Dann sage ich ganz herzlichen Dank, liebe Anna, für deine Zeit und auch deine Expertise und natürlich auch wie immer herzlichen Dank an alle Zuhörer*innen, die sich für unser Thema interessieren und schreibt uns natürlich gerne eure Ideen, Fragen oder Kritik auch zur heutigen Sendung. Und wenn ihr uns eine große Freude machen wollt, dann hinterlasst doch bitte eine Bewertung für unseren Podcast da, wo ihr ihn gefunden habt. Und damit sage ich bis zum nächsten Mal. Tschüss! Tschüss! Ciao! Und damit es nicht bei dem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat bleibt, hier noch einmal die Langversion. "Man muss sich schon bekannt machen damit, dass, wenn so etwas Außerordentliches im Unterleib vorgehen soll, dann ganz besonders die Kindesentwicklung gefördert werden muss und das dann eben auch in einer besonderen Weise auf die Schwangere eingegangen werden muss." Ja, meine Herren, das zeigt uns ja viel mehr. Das zeigt uns, dass auch das Kind die ganze Art und Weise, wie die Mutter geistig und seelisch leben kann, einen ungeheuren Einfluss hat. Derjenige, der einen Blick hat für gewisse Dinge, die im Leben einmal vorgehen, der kann zum Beispiel Folgendes wissen. Es gibt Kinder, die werden mit einem Wasserkopf hydrocephalus geboren. Man wird in den meisten Fällen, wo Kinder mit einem Wasserkopf geboren werden, darauf zurückgehen können, dass die Mutter, die vielleicht für recht viel Anregungen im Leben veranlagt war, sich während der ersten Monate der Schwangerschaft, namentlich während der ersten Wochen, scheußlich gelangweilt hat. Der Mann ist ins Wirtshaus gegangen usw. Die Mutter hat sich scheußlich gelangweilt und die Folge davon war, dass sie nicht die nötige Kraft gehabt hat, die Gehirngefäße zu beeinflussen. Die Langeweile macht ihren Kopf leer, der leere Kopf macht auch den Unterleib leer. Der entwickelt sich nicht stramm, dass er die Kräfte des Kopfes ordentlich zusammenhält. Der Kopf schwillt auf, wird ein Wasserkopf. Und manche Kinder wiederum werden mit zu kleinen Köpfen, namentlich mit zu kleinen Oberköpfen, mit sogenannten Spitzköpfen geboren. Man wird sehen, dass dies in den meisten Fällen damit zusammenhängt, dass die Mutter in den ersten Wochen der Schwangerschaft zu ausgelassen war, sich zu viel amüsiert hat. so dass man immer den Zusammenhang zwischen dem, wie das Kind wird und der Art und Weise, wie die Mutter in den ersten Wochen der Schwangerschaft seelisch sein kann, wird bemerken können, wenn man dazu veranlagt ist, solche Sachen richtig zu sehen. Das ist von Rudolf Steiner aus den Vorträgen für die Arbeiter am Götheanumbau, Gesamtausgabe Band 348, Seite 182. [Musik] [Musik]

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